Cusco war die alte Hauptstadt des Inkareiches und ist historisch als „Nabel der Welt“ bekannt. Auch im Jahr 2026 bleibt die Stadt das kulturelle Zentrum der Anden. Die Stadt Cusco ist das Ergebnis einer großen Veränderung, die vom Inka Pachacutec begonnen und nach der spanischen Eroberung neu gestaltet wurde. Die heutige Architektur zeigt diese Mischung: Alte spanische Häuser und Kirchen stehen auf Fundamenten aus perfekt passenden Inka-Steinen und erzählen an jeder Mauer jahrhundertelange Geschichte.
Doch der kulturelle Reichtum beschränkt sich nicht nur auf das Stadtzentrum. In der gesamten Region Cusco verbindet das Inka-Straßennetz (Qhapaq Ñan) alte Ruinen und Landschaften, die die Welt immer noch in Staunen versetzen. Von den schneebedeckten Bergen bis zum Rand des Dschungels zeigen die Überreste dieser Zivilisation eine fortschrittliche Technik, die es schaffte, die wilde Natur des Kontinents zu beherrschen.
Um deine Reiseplanung zu erleichtern, haben wir die besten Reiseziele in Cusco ausgewählt, die du in deinem Reiseplan priorisieren solltest. Dieser Reiseführer enthält sowohl die wichtigen klassischen Orte als auch die neuen Abenteuerrouten, die das aktuelle Tourismusangebot ausmachen und es dir ermöglichen, die wahre Größe des Erbes der Anden zu erkunden.
Die wichtigsten Reiseziele in Cusco und Umgebung
Die Region Cusco hat die höchste Dichte an Archäologie und Landschaften in Südamerika. Von Inka-Städten, die im Hochdschungel versteckt sind, bis zu den Bergen der Anden bietet das Gebiet viele Erlebnisse, die Geschichte, Abenteuer und Natur verbinden. Hier präsentieren wir die Reiseziele, die das aktuelle Tourismusangebot bestimmen und die für jeden Reisenden wichtig sind:
1. Inka-Zitadelle von Machu Picchu
Mehr als nur ein Reiseziel ist Machu Picchu ein echter Beweis für die hohe Technik und die Weltanschauung der Anden. Diese Stadt aus Stein liegt zwischen den Anden und dem Amazonasgebiet. Sie bewahrt ihre Tempel, Plätze und Kanäle, weshalb sie den Titel Weltkulturerbe und Weltwunder der Moderne trägt. Obwohl die Anreise mit dem Zug sehr beliebt ist, ist der authentischste Weg die Nutzung des ursprünglichen Straßennetzes:
- Klassischer Inka-Pfad (4 Tage): Die berühmteste Wanderroute Amerikas. Sie führt über 43 km auf Steinstraßen, überquert Bergpässe und exklusive archäologische Stätten, bis man durch das Sonnentor (Inti Punku) ankommt.
- Kurzer Inka-Pfad (2 Tage): Eine kürzere Version für Leute mit weniger Zeit. Sie beginnt bei Kilometer 104 der Bahnstrecke und beinhaltet eine Wanderung zur Stätte Wiñay Wayna, bevor man am Nachmittag die Zitadelle erreicht.

2. Das Heilige Tal der Inkas
Dieser geografische Korridor, der vom Fluss Urubamba (Vilcanota) bewässert wird, diente aufgrund seines milden Klimas und seiner fruchtbaren Böden als landwirtschaftliche und spirituelle Speisekammer des Reiches. Heute ist es eine unverzichtbare Route, die monumentale Archäologie mit Agrarlandschaften verbindet. Die wichtigsten Besuchspunkte im Jahr 2026 sind:
- Pisac: Bekannt für sein großes System landwirtschaftlicher Terrassen am Berghang und seinen berühmten Kunsthandwerksmarkt im Kolonieldorf.
- Ollantaytambo: Bekannt als die „lebende Inkastadt“, bewahrt sie ihren ursprünglichen Stadtplan, der seit Jahrhunderten bewohnt ist. Ihre militärische Festung schützte den Zugang zum Dschungel.
- Moray: Ein beeindruckendes landwirtschaftliches Labor, das aus konzentrischen, kreisförmigen Terrassen besteht, die Mikroklimas erzeugen und es den Inkas ermöglichten, Pflanzen aus verschiedenen Regionen anzupassen.
- Salzminen von Maras: Eine surreale Landschaft aus über 3.000 natürlichen Salzbecken, die seit der Vor-Inka-Zeit bis heute gemeinschaftlich genutzt werden.

3. Berg der 7 Farben (Vinicunca)
Auch bekannt als Vinicunca, hat sich diese natürliche Formation auf 5.200 m ü. d. M. als zweitwichtigste Attraktion der Region etabliert. Ihre Beliebtheit liegt an der besonderen mineralischen Schichtung ihrer Hänge, die Streifen in Türkis, Lavendel, Gold und Rot zeigen und eine surreale Landschaft inmitten der Vilcanota-Bergkette schaffen.
Der Aufstieg erfordert aufgrund der extremen Höhe eine gute körperliche Verfassung und vorherige Akklimatisation. Die Wanderung bietet Panoramablicke auf den schneebedeckten Ausangate (den höchsten Berg von Cusco) und ermöglicht es, das Hirtenleben der Hochanden-Gemeinschaften zu beobachten, die in dieser rauen Umgebung Lamas und Alpaka züchten.

4. Humantay-Lagune
Dieser tief türkisfarbene Wasserspiegel liegt auf 4.200 m ü. d. M. am Fuße des Humantay-Gletschers. Ursprünglich nur von Wanderern der Salkantay-Trek-Route besucht, ist sie heute durch eine Tageswanderung von Cusco aus erreichbar.
Die Tour beginnt in Soraypampa und erfordert einen steilen Aufstieg von etwa 1,5 bis 2 Stunden. Die Belohnung ist eine kontrastreiche Landschaft zwischen dem ewigen Schnee des Berges und der leuchtenden Farbe der Lagune, die direkt durch die Gletscherschmelze gespeist wird. Es ist ein ideales Ziel für Liebhaber der Naturfotografie und Wanderungen mittleren Schwierigkeitsgrades.

5. Archäologischer Komplex von Choquequirao
Bekannt als die „heilige Schwester von Machu Picchu“ aufgrund ihrer architektonischen Ähnlichkeit und geografischen Lage, ist Choquequirao die letzte große Zuflucht des Inka-Widerstands. Dieser Komplex liegt auf 3.033 m ü. d. M. über dem tiefen Apurímac-Canyon und ist flächenmäßig größer als das eigentliche Weltwunder, obwohl bisher nur etwa 30 % ausgegraben wurden.
Sein Hauptreiz liegt in der schwierigen Erreichbarkeit: Er ist nur durch eine anspruchsvolle Wanderung von 4 oder 5 Tagen zu erreichen, was ein fast einsames Erlebnis ohne Massentourismus garantiert. Besonders hervorzuheben sind der Hauptplatz, der Sektor der Terrassen mit den Figuren der „Llamas der Sonne“ und das ausgeklügelte Hydrauliksystem, das die Zitadelle versorgte.

Andere wichtige Ziele
1. Historisches Zentrum von Cusco und Sacsayhuaman
Der Stadtkern ist ein Museum, in dem sich koloniale Architektur mit Inka-Technik vermischt. Er ist Weltkulturerbe und seine Straßen beherbergen Schätze wie die Plaza de Armas, die Kathedrale und den Qoricancha (Sonnentempel), auf dessen Steinmauern das Kloster Santo Domingo gebaut wurde.
Nur 2 km vom Zentrum entfernt liegt im Norden die Zeremonialfestung Sacsayhuaman. Dieser Ort ist berühmt für seine drei Ebenen aus Zickzack-Mauern aus riesigen Kalksteinblöcken, die bis zu 120 Tonnen wiegen. Sie sind so genau zusammengesetzt, dass kein Blatt Papier dazwischen passt. Es ist auch der Hauptort für das Inti Raymi Fest.
2. Berg Palcoyo (Alternative Regenbogenberge)
Palcoyo liegt in derselben Bergkette wie Vinicunca und ist die Alternative für alle, die Menschenmassen und große körperliche Anstrengung vermeiden wollen. Im Gegensatz zur klassischen Route braucht man in Palcoyo nur eine leichte Wanderung von etwa 45 Minuten auf flachem Gelände. Das macht den Besuch für Familien und Menschen jeden Alters möglich.
Der Anblick ist genauso beeindruckend: Vom Aussichtspunkt aus sieht man drei verschiedene bunte Berge. Außerdem gehört zum Weg ein Besuch in einem geologischen Steinwald (natürliche Felsformationen) und man hat freie Sicht auf den Gletscher Ausangate, alles in einer ruhigen Atmosphäre.
3. Südliches Tal (Tipón, Pikillacta und Andahuaylillas)
Diese Tour ist wichtig, um die Geschichte der Region über die Inkas hinaus zu verstehen. Die Route verbindet drei verschiedene Epochen in einem Halbtagsausflug ohne Massentourismus:
- Tipón: Eine archäologische Anlage für die Verehrung des Wassers, berühmt für ihre breiten Terrassen und ein System von Kanälen, das heute noch genau funktioniert.
- Pikillacta: Eine große, geplante Stadt der Wari-Kultur (vor den Inkas), bekannt für ihre geometrische Bauweise und Gebäude mit bis zu drei Stockwerken.
- Andahuaylillas: Ein koloniales Dorf mit der Kirche San Pedro Apóstol. Sie ist weltweit als „Sixtinische Kapelle Amerikas“ bekannt, wegen ihrer Barockmalereien, Gemälde der Cusco-Schule und Dekorationen aus Blattgold.
Trekking-Abenteuer ab Cusco im Jahr 2026
Abgesehen von seinem kulturellen Reichtum festigt Cusco in diesem Jahr seine Rolle als Zentrum für Trekking in Südamerika. Die Geografie der Region wechselt stark von den schneebedeckten Gipfeln der Anden bis zum üppigen Bergregenwald. Das bietet die ideale Kulisse für Expeditionen von Weltklasse. Von der Stadt aus starten täglich die anspruchsvollsten und schönsten Routen des Kontinents, meistens mit dem Ziel, die Zitadelle von Machu Picchu zu erreichen.
Hier sind die beliebtesten und am besten bewerteten Wanderungen für diese Saison:
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Inka-Pfad nach Machu Picchu (Klassisch 4 Tage)
Es ist die berühmteste Wanderroute Amerikas und die einzige, die es ermöglicht, die Zitadelle durch das Sonnentor (Inti Punku) zu betreten, genau wie die alten Pilger. Die 43 Kilometer lange Strecke verläuft auf dem originalen Steinweg und führt durch verschiedene Klimazonen, von hohen Bergpässen bis zum dichten Nebelwald.
Während der viertägigen Expedition besucht man exklusive archäologische Anlagen wie Sayacmarca, Runkurakay und Wiñay Wayna, die nur zu Fuß erreichbar sind. Wegen der strengen Regeln und der begrenzten Teilnehmerzahl (500 Personen pro Tag inklusive Personal) ist es wichtig, die Genehmigungen 5 bis 6 Monate im Voraus zu buchen.
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Salkantay Trek (5 Tage)
Diese Route hat sich als die wichtigste Alternative zum traditionellen Inka-Pfad etabliert und besticht durch ihren starken landschaftlichen Wechsel. Der Weg verbindet die Gletscherlandschaften der Hochgebirge mit der dichten Vegetation des Bergregenwaldes und bietet eine größere visuelle Vielfalt als andere Wanderungen.
Der anstrengendste Punkt ist der Salkantay-Pass auf 4.630 Metern Höhe am Fuße des gleichnamigen Berges (6.271 m). Im Gegensatz zur klassischen Route gibt es für den Salkantay Trek keine strengen staatlichen Quoten, was mehr Flexibilität bei der Buchung ermöglicht. Neben der körperlichen Herausforderung beinhaltet die Tour Besuche der Humantay-Lagune und der Kaffeezonen im Hochdschungel, bevor man in Machu Picchu Pueblo (Aguas Calientes) ankommt.
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Lares Trek (Kulturroute)
Diese Wanderung ist als „Route der Weber“ bekannt und legt mehr Wert auf kulturelle Erlebnisse als auf Archäologie. Der Weg führt durch das Lares-Tal, wo abgelegene Andengemeinden leben, die ihre Traditionen in der Schafzucht und Textilkunst bewahren. Es ist die ideale Wahl für alle, die engen Kontakt zur lokalen Bevölkerung abseits der Massen suchen.
Die Tour dauert meistens 4 Tage und führt über Bergpässe auf über 4.000 Metern Höhe sowie vorbei an Gletscherseen. Sie endet entspannt in den Thermalquellen von Lares. Im Gegensatz zum Inka-Pfad erreicht man die Zitadelle bei dieser Route nicht direkt zu Fuß; der letzte Teil nach Machu Picchu erfolgt mit dem Zug ab dem Bahnhof von Ollantaytambo.

